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Von der Inspiration zum fertigen Bild

Letzte Woche habe ich über das Thema Inspiration geschrieben. Dabei habe ich einen tollen, inspirierenden Ort erwähnt, den ich bei einem spontanen Spaziergang nicht weit von zu Hause gefunden habe. Und genau dort habe ich dann am Samstag auch direkt ein Fotoshooting folgen lassen. Von daher möchte ich heute ein wenig über die Umsetzung meiner Inspiration in ein fertiges Bild sprechen. Und auch davon, dass es dafür oftmals gar nicht viel braucht - zumindest wenn man weiß, was man will.

 

Die eigentliche Inspiration ist oft nicht mehr als ein Gefühl, ein Kribbeln im Bauch - die Motivation, die uns dazu bringt etwas zu tun - loszulegen - oft am liebsten einfach sofort. Sie ist das, was Ideen in uns weckt und den Drang, unsere Ideen in die Tat umzusetzen. Inspiration ermutigt uns zur Aktion, denn ohne diese liegt sie schlafend und wird manchmal auch einfach vergessen. Der eigentliche Schaffensprozess findet erst danach statt. Unser Ziel als Künstler ist es also nicht nur, Inspiration zu finden, sondern auch diese Motivation zu nehmen und sie umzusetzen.

 

Ich halte jegliche Inspiration und jede Idee, die ich habe, fest. Entweder durch ein oder mehrere Fotos - wenn es um einen inspirierenden Ort oder etwas Visuelles geht, was mir ins Auge fällt - oder indem ich eine kurze (manchmal auch längere) Notiz mache. Denn überall wo ich hingehe, habe ich ein Notizbuch dabei. Eine Notiz im Handy tut es dabei natürlich auch - ich stehe allerdings noch auf die analoge Variante. Und vor allem auf richtig schöne Notizbücher. 😉 

Von dem Ort im Wald, an dem mein Fotoshoot stattgefunden hat, hatte ich im Vorfeld zum Beispiel einfach ein paar Bilder mit meinem Smartphone gemacht. Und mit Google Maps oder anderen Apps kann man den Standort (falls man nicht ohne Weiteres wieder selbst hinfindet) auch einfach und schnell festhalten. 

 

Leider schaffe ich es nicht, jede meiner Ideen umzusetzen - dafür habe ich schlichtweg viel zu viele und zu wenig Zeit. Aber dadurch, dass ich alles festhalte, habe ich einen quasi unerschöpflichen kreativen Fundus, auf den ich jederzeit zurückgreifen kann. Und die Ideen, die mich richtig packen, die werden auf jeden Fall umgesetzt. Manchmal nach sehr kurzer Zeit, manchmal dauert es etwas länger. Das hängt auch oft davon ab, wie umfangreich die Idee und das daraus entstehende Konzept ist.

 

 

Im Falle der Location im Wald ging alles ganz unerwartet schnell. Am Wochenende waren Freunde in der Gegend, die eigentlich eine gute Strecke von uns weg wohnen. Darunter auch Moni, eine gute Freundin von mir, mit der ich unglaublich gerne shoote - nicht zuletzt, weil sie so ein zartes, feenhaftes Wesen und diese unglaublich tollen roten Haare hat. 😊 Passenderweise hatte sie am Samstag spontan Zeit, um mit mir den Wald unsicher zu machen. Drei Kleider aus ihrem Schrank hatte sie Freitag noch schnell eingepackt - da ich von vorne herein wusste, dass ich an diesem Ort eher etwas feenhaftes, verträumt romantisches umsetzen möchte. Am Samstagvormittag wurde alles eingepackt und wir sind in den Wald gestiefelt - auch das Wetter war gnädig warm, ohne Regen. 

 

Und was soll ich sagen - es hat alles perfekt gepasst. Es sind so viele magische Bilder entstanden, dass mir die Auswahl für die Bearbeitung wirklich nicht leichtfällt. Zwei Bilder sind schon fertig - eines davon habe ich hier im Blog hinzugefügt. Also seht selbst - grünes Moos, eine zierliche feenhafte Gestalt, rote Haare, das hellgrau-weiße Kleid - meine Vision des mystischen Feenwaldes.

  

Insgesamt sind diese Bilder die Verkörperung dessen, warum ich fotografiere. Sie sind voller Sehnsucht, Schönheit und mystischer Romantik - sie berühren mich auf einer tieferen Ebene. Und wenn meine eigenen Bilder mich so „ergreifen“, dann weiß ich, dass ich alles richtig gemacht habe. Denn auch wenn man einen gewissen Abstand zu dem gewinnen sollte, was man schafft - wenn es mir gleichgültig wäre, dann hätte ich keinen Grund zur Kamera zu greifen. In dieser kleinen Serie habe ich einmal mehr die Magie in unserer Welt gefunden und eingefangen - meine eigene kleine Zauberwelt geschaffen. Und das mit ganz einfachen Mitteln - inspiriert durch einen tollen Ort, der unser Setting war, mit der Hilfe einer Freundin. Manchmal braucht es wirklich nicht viel, um Inspiration in die Tat umzusetzen. Es hilft zu wissen, wo die Reise hingehen soll und Gelegenheiten zu ergreifen, wenn sie sich bieten.

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