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Das eigene Schicksal weben

 “I do not believe in a fate that falls on men however they act; but I do believe in a fate that falls on them unless they act.“ - Buddha

 

Zum Auftakt meiner neuesten Serie „Mythos“ habe ich mich mit dem Thema Schicksal beschäftigt. Entstanden ist eine kleine Bildreihe mit dem Namen „Fatespinner“. Die Symbolik der Bilder ist angelehnt an die Idee der Nornen in der nordischen, oder der Moiren in der griechischen Mythologie. Demnach halten die Schicksalsweberinnen unseren Lebensfaden in der Hand, sie bestimmen unseren Weg und sie durchtrennen ihn, wenn die Zeit gekommen ist. Sie besiegeln also unser Schicksal.

 

Nach dieser Interpretation stolpern wir blind durchs Leben, denn wir wissen nicht, was uns erwartet. Doch im Kontrast zu der Vorstellung des fremdbestimmten Schicksals ist meine persönliche Idee hinter dem Bild eine ganz andere. 

 

Unser Schicksal halten wir selbst in der Hand, es liegt in uns, wir können es bestimmen - auch wenn wir nicht sehen, nicht wissen, was das Leben für uns bereithält. Wir kontrollieren demnach zwar nicht, was um uns passiert - aber wir können es beeinflussen. Und vor allem können wir entscheiden, wie wir reagieren und wie wir damit umgehen. Unsere Einstellung zum Leben ist der springende Punkt. Ob das Glas halb voll oder halb leer ist - das entscheiden wir ganz allein. Und genau das macht eine Menge aus.

 

Interessanterweise ist es oft so, dass ein Unglück oder ein negatives Erlebnis dem Schicksal oder Zufall zugeschrieben wird. Wir begegnen diesen Dingen als bricht etwas über uns herein, dessen wir uns nicht erwehren können. Viel zu oft setzen wir uns in eine Ecke und bemitleiden uns selbst, beklagen unser Leid und stecken den Kopf in den Sand. Und in der Tat ist es oft nicht einfach, sich insbesondere schwerer Schicksalsschläge zu erwehren. Es erfordert viel Kraft gewisse Dinge durchzustehen. Aber wie wir den Dingen begegnen, ist das Entscheidende. Zumindest hat mich das Leben genau das gelehrt. Manchmal fallen wir, müssen eine Weile liegen bleiben und uns sammeln, denn Sinn in den Dingen erkennen. Doch irgendwann ist es Zeit aufzustehen und weiter zu gehen. 

 

Man könnte sagen, es existieren eine gewisse Form von (nennen wir es) Schicksal - die Dinge, die uns passieren, äußere Einflüsse und Ereignisse - und unser freier Wille nebeneinander. Dabei entzieht sich das was geschieht zwar unserer Kontrolle - dafür haben wir die volle Kontrolle darüber, wie wir mit eben diesem Schicksal umgehen. Wir bestimmen also unseren Lebensweg selbst. Wir treffen in jeder Lebenslage Entscheidungen und besiegeln damit ein Stück weit unser eigenes Schicksal - ein Schicksal, an das wir uns selbst binden. Denn vieles von dem, was wir durchleben, ist die Folge von Entscheidungen, die wir in der Vergangenheit getroffen haben - wir haben unseren eigenen Weg bereitet. Und die Entscheidungen, die wir heute treffen, bestimmen einen Teil unserer Zukunft.

 

Jeden Tag bringt das Leben uns neue Erfahrungen und Erkenntnisse. Manchmal ist es durchaus nicht einfach, aber ich versuche mir immer eine innere Haltung der Akzeptanz zu bewahren. Ich versuche das Positive in dem zu erkennen, was in meinem Leben geschieht. Denn genau daran wachse ich. Darüber hinaus nehme ich mein Leben ganz bewusst in die eigene Hand und bereite mir den Weg, den ich gehen möchte. Denn wenn ich es nicht tue - wer dann? Ich glaube fest daran, dass jeder sein Schicksal selbst lenken kann. Vielleicht begegnen wir einer gewissen Form von unkontrollierbarem Schicksal - aber unseren Weg gehen wir selbst.

 

Wer lenkt DEIN Schicksal? Du allein entscheidest, was du tust und wie du lebst. Niemand kann dir das abnehmen. Und wenn du nach den Vorstellungen und Wünschen anderer lebst - ist es dann überhaupt dein Leben?

 

 

 “There is so much about my fate that I cannot control, but other things do fall under the jurisdiction. I can decide how I spend my time, whom I interact with, whom I share my body and life and money and energy with. I can select what I can read and eat and study. I can choose how I'm going to regard unfortunate circumstances in my life-whether I will see them as curses or opportunities. I can choose my words and the tone of voice in which I speak to others. And most of all, I can choose my thoughts.” - Elizabeth Gilbert


Und da ich hier Elizabeth Gilbert zitiere, möchte ich euch wärmsten ihr grandioses Buch „Big Magic - Creative living beyond fear“ ans Herz legen! :)

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